Kurzgeschichte: Weihnachtsgeschenk für Sean


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Ich habe für euch eine kleine, lustige Weihnachtsgeschichte von den Jungs aus dem Black Desire. Viel Spaß beim Lesen.

Cover: Weihnachtsgeschenk für Sean

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Tyler öffnete die Augen einen kleinen Spalt weit und schielte zum Wecker auf dem Nachtisch. Es blieb ihm noch eine Stunde, bis er aufstehen musste. Er gähnte ausgiebig und kuschelte sich wie ein Baby in die warme Bettdecke. Zum Glück war Heilig Abend und das Black Desire war geschlossen. Lediglich am Abend fand die große Privatparty im Club statt, zu der nur ausgewählte Gäste geladen waren. Schlaftrunken schloss er die Lider und versuchte an den heißen Erinnerungsfetzen seines Traumes festzuhalten. Ein äußerst knackiger Typ in enger Badehose, der an einem Strand in den hohen Wellen surfte. Lächelnd begutachtete er den muskelgestählten Oberkörper und seufzte schmachtend.
Ein lautes Knallen der Zimmertür brachte ihn jedoch schlagartig in die Wirklichkeit zurück. Stöhnend rekelte er sich, hielt die Augen aber weiterhin geschlossen. Er vernahm Schritte, die sich ihm näherten.
»Verfluchter Mist!«, schnaubte Finn und rüttelte unsanft an seiner Schulter. »Tyler wach auf! Ich sitze mächtig in der Klemme!« Anschließend tigerte Seans Freund nervös neben dem Bett auf und ab. »Warum muss mir das passieren? Verdammte Scheiße! Warum ich … warum immer ich?«
»Mensch Finn! Könntest du deinen geistigen Erguss wo anders abladen? Ich bin erst vor drei Stunden ins Bett gekommen.« Tyler fuhr sich mit den Händen unwirsch übers Gesicht und drehte dem Partner seines Bruders den Rücken zu.
»Weißt du eigentlich, wie spät es ist?«, entgegnete Finn unbeeindruckt.
Tyler zog sich die Bettdecke über den Kopf. »Mir egal! Ich habe die ganze Nacht mit Leo und Charly den Club für die Party geschmückt. Lass mich schlafen.«
»Das ist ja das Problem!«, drang Finns verzweifelte Stimme an sein Ohr und die Decke wurde ihm unsanft weggezogen.
»Verdammt Finn!« Verärgert setzte er sich auf. Doch als er in zwei tränennasse Augen starrte, wurde seine Stimme automatisch sanfter. »Heulst du etwa?«
Finn schluchzte und nahm wie ein Häuflein Elend auf dem Bettrand Platz. »Seans Geschenk ist spurlos verschwunden. Angel und ich haben gestern zusammen alles eingepackt und jetzt ist es nirgends zu finden. Es ist einfach weg!«
Tyler kannte Seans Freund inzwischen seit zwei Jahren. Finn war jemand, der nur seltenen Emotionen zeigte. Dass er weinte, war ein Warnsignal.
Mitfühlend nahm er die zarten Hände in seine und sah ihm tief in die stahlblauen Augen. In ihnen spiegelte sich Panik wider.
»Ich habe fast keine Zeit mehr«, jammerte Finn, als stünde das Ende der Welt bevor. »Was soll ich denn verdammt noch mal tun? Die Party fängt bald an und Sean ist bereits im Club.«
Tyler sammelte sich und atmete tief durch, bevor er sprach. »Versteh das jetzt nicht falsch, aber bist du dir sicher, dass du Sean wirklich ein Ge…?«
Mitten im Wort traf ihn Finns Todesblick. Eigentlich hätte Tyler Ashton auf der Stelle zurück in die Kissen fallen und seinen letzten Atemzug machen müssen. Doch aus heiterem Himmel hatte er einen Einfall und grinste breit von einem Ohr zum anderen. »Wenn du mich am Leben lässt, dann weiß ich vielleicht, wer dir helfen kann.«
»Und wer?« Finn biss sich nervös auf die Unterlippe.
»Gab! Gabriel weiß immer alles.«
Enttäuscht kehrte der traurige Gesichtsausdruck auf Finns junges Antlitz zurück.
»Jetzt lass nicht gleich den Kopf hängen. Ich rufe ihn an. Gib mir mal das Handy!«
Finn griff nach dem Mobiltelefon, das neben dem Wecker lag und reichte es dem Bruder seines geliebten Partners. Mit flinken Fingern tippte Tyler auf dem Display herum und schaltete den Lautsprecher an. Nach nur drei Mal Läuten meldete sich Angels Freund Gabriel mit fröhlicher Stimme.
»Hey Ty, kannst du hellsehen? Ich stehe gerade vor eurer Haustür.«
»Perfekt! Wir brauchen dringend deine Hilfe.«
»Dann mach mal auf.«
Wie von Sinnen sprang Finn auf und stürzte die Treppe nach unten. Tyler folgte ihm lediglich in Unterwäsche bekleidet. Er nahm die Situation gelassen, da er wusste, dass sein Bruder kein Weihnachtsgeschenk von Finn einfordern würde. Sean liebte seinen Partner aus tiefstem Herzen und das größte Geschenk war es, ihn um sich zu haben.
Im Erdgeschoss angekommen beobachtete er Finn, der Gabriel wie ein aufgeregter Schuljunge ins Wohnzimmer zerrte und ihn mehrmals nervös umkreiste.
Gabriel warf einen Hilfe suchenden Blick zu Tyler. »Was ist denn mit dem los?«
»Ich fürchte, bei ihm sind die letzten Sicherungen durchgebrannt. Unser Süßer findet Seans Weihnachtsgeschenk nicht und jetzt schiebt er Panik.« Lachend begrüßte Tyler Gabriel mit einem Handschlag.
Gabriel legte schmunzelnd den Schal ab und schlüpfte aus seiner Winterjacke. Anschließend strubbelte er sich mit den Fingern durch die dunkelblonden Haare. »Am besten beruhigst du dich erst einmal!«
»Ich kann mich nicht beruhigen. Es ist weg! Einfach weg!«, platze es aus Finn heraus.
»Finn! Atme mal tief durch! Wie wäre es, wenn ich uns eine heiße Schokolade mache und Tyler sich in der Zwischenzeit etwas anzieht.«
»Gute Idee! Ich bin gleich zurück.« Eilig kehrte Tyler in sein Zimmer zurück und streifte sich die Klamotten von gestern über, die wild verstreut auf dem Boden lagen. Wehmütig blickte er auf das noch warme Bett und sehnte sich nach Matt. Sein Freund war über die Feiertage leider nicht in London. Seine Eltern hatten darauf bestanden, den Weihnachtsabend mit ihrem Sohn zu verbringen. Tyler war zwar auch eingeladen, aber er hatte dankend abgelehnt. Die Party an Heilig Abend im Black Desire zog er einem spießigen Familienessen dann doch vor.
Als er ins Wohnzimmer zurückkehrte, saß Gabriel und mit Finn im Arm auf der Couch.
»Was mache ich nur? Ich habe so lange nach dem Geschenk gesucht und jetzt … jetzt …« Finn begann erneut bitterlich an zu weinen.
Tyler setzte sich beiden gegenüber auf einen der Sessel und nahm die übriggebliebene Tasse in die Hand. Genüsslich schlürfte er an seinem warmen Kakao. »Hast du inzwischen eine Idee?«, erkundigte er sich bei Gabriel.
»Habt ihr eure Wunschzettel auch alle abgeschickt?«, kam die Frage zurück. Beinahe hätte er sich Tyler an der heißen Schokolade verschluckt. Er starrte sein Gegenüber basserstaunt an, als hätte er gerade verkündet, dass es draußen dreißig Grad hatte und die Sommersonne scheinen würde. Tatsächlich hatte es die letzten Tage geschneit und London war mit einer weißen Puderzuckerschicht bedeckt. Nach einem lauten Räuspern riss sich Tyler zusammen. Fast wäre er in schallendes Gelächter ausgebrochen. »Meinst du das gerade ernst?«
»Na klar. Oder habt ihr noch nie dem Weihnachtsmann geschrieben?« Gabriels ernster Gesichtsausdruck brachte Tyler schließlich doch zum Lachen.
»Jetzt lass mich raten … die Adresse ist der Nordpol.«
Angels Freund nickte bedeutsam.
»Wenn du mir jetzt noch weismachen willst, dass es Elfen gibt und ein Rentier mit roter Nase den Schlitten zieht, fresse ich auf der Stelle einen Besen.«
»Dann schon mal guten Appetit! Jetzt aber Spaß bei Seite! Der Weihnachtsmann ist der einzige, der uns jetzt helfen kann! Wir müssen zum Nordpol!«, entgegnete Gabriel bestimmt.
»Wie kommen wir dort hin? Kann er mir wirklich helfen?« Finn zog geräuschvoll die Nase hoch und wischte sich mit dem Handrücken über die feuchten Wangen. In seinen Augen schimmerte es hoffnungsvoll.
Gabriel lächelte zufrieden und seine blaugrauen Augen leuchteten spitzbübisch auf. »Das ist ganz einfach. Wir müssen nur ins Kaufhaus Jingle Bells und mit dem Aufzug geht es direkt zum Weihnachtsmann.«
Tyler schüttelte amüsiert den Kopf. »Jetzt habt ihr beide völlig eine Schraube locker.«
Finns Todesblick traf ihn ein weiteres Mal.
»Wenn du mir nicht glaubst, dann gehen wir doch zusammen hin. Falls ich Recht habe, spielst du dieses Jahr auf der Party den Weihnachtsmann. Deal?«
Tyler zündete sich gemächlich eine Zigarette an und beobachtete beide aufmerksam. Finn rannte hibbelig im Wohnzimmer herum. Die plötzliche Aussicht, doch noch Hilfe für sein Dilemma gefunden zu haben, schenkte ihm neuen Antrieb. Gabriel hingegen trank genüsslich seinen Kakao und lehnte sich dabei mit übergeschlagenem Bein zurück. Er schien fest an seine Worte zu glauben.
»Okay. Deal. Und falls wir den Weihnachtsmann nicht treffen, übernimmst du für mich einen Abend die Schicht.«
»Abgemacht!« Gabriel nickte und blickte auf sein Handydisplay. »Uns bleiben noch vier Stunden. Also lasst uns nicht länger warten.«

* * *

Mit großen Augen betrat Tyler das Kaufhaus Jingle Bells durch den hell erleuchteten Eingang, der von einer Reihe hoher Tannenbäumen gesäumt war. Weiße sanft flackernde Kerzen boten einen fast magischen Augenschmaus. Bisher hatte er nichts von der Existenz dieses Warenhauses in der Millionenmetropole gewusst. Eine wuselnde Menschenmenge drängte sich dicht an dicht durch die breiten Gänge. Alle auf der Suche nach einem Last-Minute-Geschenk für ihre Liebsten. Auf den ersten Blick schien man hier alles zu finden, was das Herz begehrte.
»So etwas Hammergeiles habe ich ja noch nie gesehen!« Finn ging fröhlich lachend voraus. Gold und Silber waren die vorherrschenden Farben. Zahlreiche Lichterketten an der hohen Decke hängend erweckten den Eindruck, als würde es im Inneren schneien.
»Warum suchst du hier nicht etwas Nettes für Sean?«, warf Tyler ein, als sie die Parfümabteilung erreichten. »Hier findest du bestimmt etwas.«
»Ich will aber nichts anderes. Ich will ihm genau das schenken, was ich bereits gekauft habe.« Entschlossen eilte Finn in Richtung der Aufzüge weiter.
Mit schnellen Schritten folgten ihm Tyler und Gabriel. Dann blieb Tyler verdutzt stehen und schielte nach oben. Eine winzige Weihnachtsfee flatterte wie aus dem Nichts um seinen Kopf herum. Als er sie genauer beäugte, glaubte er für den Bruchteil einer Sekunde das Gesicht von Matt vor sich zu sehen. Kichernd sauste die Fee auf ihn herab und pikste ihn mehrmals mit dem Zauberstab in die Nasenspitze.
»Au! Hau ab, du blödes Ding!« Tyler wedelte wild mit den Händen. Für eine optische Illusion fand er es schon fast zu real. »Gab, kneif mich mal, sonst glaube ich den Mist nicht.«
»Überrascht?« Gabriel streckte schmunzelnd die Hand aus, woraufhin die Weihnachtsfee mit ihren glitzernden Flügelchen auf der hohlen Handfläche landete. Sie streckte Tyler frech die Zunge entgegen. Nun trug sie nicht mehr Matts Gesichtszüge. Mit einem hellen Gickeln versprühte sie mit ihrem Stab funkelnde Sternchen und verschwand so unerwartet, wie sie aufgetaucht war.
Gabriel blickte ihr verzückt hinterher. »Ist sie nicht süß?«
»Süß?« Tyler sah ihn mit skeptischer Miene an und rieb sich mit dem Finger über die schmerzende Stelle. »Die hätte mir mit ihrem Stöckchen beinahe die Augen ausgestochen. Sobald wir hier verschwinden, beschwere ich mich bei der Geschäftsleitung. Das ist ja lebensbedrohlich.« Schnaubend verschränkte er die Arme vor der Brust und hielt nach dem jüngsten Begleiter Ausschau.
»Hier! Hier!«, schallte Finns Rufen zu ihnen herüber. Er stand in einem der Aufzüge und hielt die Tür offen. »Da steht es! … Hier geht es zum Weihnachtsmann!«
Gabriel grinste zufrieden und hängte sich bei Tyler ein. »Der Sieg ist mir sicher. Bist du bereit?«
Tyler seufzte. »Echt jetzt?«
»Echt jetzt!« Gabriel flitzte los und zog seinen Freund mit sich.
Im Fahrstuhl las Tyler konsterniert das Schild neben einem der Knöpfe, auf dem in goldenen filigranen Lettern »Weihnachtsmann« geschrieben stand. Für einen Moment spielte er mit dem Gedanken, dass seine Freunde sich einen schlechten Scherz mit ihm erlaubten. Einen Moment später öffneten sich jedoch die Aufzugtüren und sie traten hinaus auf das Dach des Kaufhauses. Ein schneidend kalter Wind ließ kleine Schneeflocken durch die Luft tanzen. Fröstelnd zog Tyler die Daunenjacke fester um sich.
»Siehst du, da ist es!«, verkündete Gabriel und ging mit Finn voraus.
Der Anblick, der sich Tyler bot, brachte seinen Herzschlag kurzzeitig ins Stolpern. Mit offenem Mund starrte er auf einen roten Pfeil am Boden, der zum Rand des Daches wies. Dort blinkte ein grünes Neonschild mit den Worten »Zum Nordpol«. Als wäre das nicht bereits genug, flatterte die Weihnachtsfee von eben um das Schild herum und versprühte mit ihrem Zauberstab erneut glitzernde Sternchen.
»Ach du heilige Scheiße!« Mehr brachte er nicht über die Lippen. In seinem Kopf ratterte es. Entweder er erlebte gerade einen äußert bizarren Albtraum, oder er war dabei den Verstand zu verlieren. »Gab? Was war da vorhin sonst noch in der Schokolade?«
»Ich gehe jetzt zum Weihnachtsmann«, jubelte Finn mit einem strahlenden Lächeln und griff ungeduldig nach Tylers Hand.
Ehe er sich versah, standen sie an einer gläsernen Rutsche. Tyler wurde es ganz mulmig in der Magengegend. Die Rutschbahn führte nicht nur nach unten, sondern schraubte sich in mehreren Windungen gen Norden in die Wolken.
»Willkommen Besucher«, fiepte die Fee und vollführte kichernd mehrere Saltos in der Luft.
»Du schon wieder!« Tyler hatte die Pikser auf der Nase nicht vergessen. Verärgert presste er die Zähne zusammen und versuchte mit fuchtelnden Handbewegungen die Fee abzuwehren. Dennoch gelang es ihr mehrere zielgerichtete Pikser auf seine, ohnehin schon lädierten Nase zu platzieren.
»Jetzt kannst du Rudolph Konkurrenz machen«, kicherte Finn.
Um ihn weiter zu verhöhnen, streckte die Weihnachtsfee zum wiederholten Mal die Zunge heraus.
»Das hat noch ein Nachspiel«, grummelte Tyler, da tauchte wie durch Zauberei ein rotes Kissen in seiner Hand auf. Verwundert registrierte er, dass auch seine Freunde welche erhalten hatten und es als selbstverständlich hinnahmen. Frustriert schüttelte er den Kopf. Womit hatte er das nur verdient?
»Seid ihr bereit für die Reise?«, erkundigte sich das freche Flatterwesen und lud Finn ein, als erster vorzutreten. Erneut verstreute sie mit ihrem Zauberstab Glitzer.
Tyler konnte und wollte es nicht fassen. »Ihr wollt mich doch verscheißern? Glaubst du wirklich, ich rutsche hier runter? Da nehme ich lieber wieder den Aufzug.«
»Ty, komm schon«, flüsterte Finn ihm zu und klammerte sich an seinem Arm fest. »Das wird ein Spaß. Außerdem hast du versprochen mitzukommen. Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!«
»Moment! Ich hatte zugestimmt mit ins Kaufhaus zu kommen. Aber ich stürze mich sicherlich nicht auf diesem Ding hier in die Tiefe. Am Ende landen wir alle in der Notaufnahme. Also, nein danke.«
»Bitte Ty.« Finn zog einen Schmollmund und blickte ihn mit traurigem Hundeblick an.
»Kein Wunder, dass dir Sean kaum einen Wunsch abschlägt«, nuschelte Tyler in sich hinein.
Finn klimperte mit den Wimpern. »Bist du bereit?«
»Irgendwie habe ich das komische Gefühl, dass mir keine andere Wahl bleibt.« Tyler sah zu Gabriel hinüber, der zustimmend nickte. Ihm wurde erneut flau im Magen. Allerdings konnte er eine gewisse Neugier nicht verleugnen, doch er zeigte sie nicht offen.
»Klasse! Dann treffen wir gleich den Weihnachtsmann!« Finn strahlte über beide Ohren und wirkte wie ein fröhlicher Sechsjähriger, der fest an seine Worte glaubte. Ohne auf seine Begleiter zu warten stieg er auf die Rutsche. »Auf geht’s!«, rief er und setzte sich in Bewegung.
»Du bist dran.« Gabriel lud ihn mit einer Handgeste ein, als zweiter auf die Rutsche zu steigen.
»Das klingt, als hättest du das schon öfter gemacht.«
Gabriel antwortete mit einem geheimnisvollen Lächeln und beobachtete Tyler, der vorsichtig mit dem Kissen unter dem Hintern auf der Glasrutsche Platz nahm.
»Gute Reise! Der Weihnachtsmann erwartet euch!«, hörte er die Fee sagen und ehe er sich versah, spürte er einen warmen Luftzug im Rücken und eine wilde Fahrt nahm ihren Lauf. Wie in einer Achterbahn schoss er über die Dächer Londons hinweg. Panisch schreiend wollte er sich an etwas festhalten, aber da gab es nichts. Plötzlich verwandelte sich alles um ihn herum in einen weißen Nebel. Tyler hoffte, gleich aus einem fürchterlichen Traum zu erwachen. Doch das Gegenteil war der Fall. Schlagartig verlor er den Halt unter sich und sauste mit einem lauten Aufschrei durch die Luft. Er rechnete damit, sich alle Knochen zu brechen, stattdessen landete er sanft in einem großen, mit bunten Schaumstoffbällen gefüllten Becken. Tyler tauchte tief ein und als er sich an die Oberfläche gekämpft hatte, flitzte etwas an ihm vorbei.
Erschrocken starrte er zu Gabriel, der wenige Meter entfernt mit einem heiteren Lachen in dem bunten Meer aus Bällen versank.
»Das war ein cooler Ritt! Den will ich unbedingt noch einmal ausprobieren!«, jubelte Gabriel mit fröhlicher Stimme.
»Cooler Ritt? Jetzt bin ich mir absolut sicher, dass du mir etwas in die Schokolade gemischt hast.«
»Jungs, kommt her! Das müsst ihr sehen!«, rief Finn, der inzwischen wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
Tyler folgte ihm flugs und stand kurz darauf auf einer schneebedeckten weiten Landschaft. Wärmende Sonnstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die Wolkendecke. Verdattert entdeckte er ein Neonschild auf dem in blinkenden Buchstaben »Nordpol« zu lesen war.
»Wir sind da! Jetzt müssen wir nur noch zum Weihnachtsmann. Los kommt, sonst reicht die Zeit nicht mehr!« Ohne auf seine Begleiter zu achten, rannte Finn ausgelassen los und Gabriel folgte ihm. Tyler blieb wie zu einer Salzsäule erstarrt stehen. Sein Herz hämmerte wild in der Brust und er rieb sich gleich mehrmals die Augen. Doch der Anblick veränderte sich nicht. Gesäumt von einer Allee aus hell erleuchteten Weihnachtsbäumen erhob sich am Ende eines ausgetretenen Pfades ein goldenes Tor empor, an dessen höchster Stelle »Weihnachtsdorf« geschrieben stand.
Langsam stapfte Tyler mit den Turnschuhen durch den Schnee. Verblüffenderweise war ihm überhaupt nicht kalt und der Saum seiner Jeans wurde nicht nass. Wie in Trance hielt er auf das Tor zu, vor dem seine Freunde bereits auf ihn warteten. Kaum hatte er sie eingeholt, öffneten sich die Türen wie von Geisterhand.
»Was für ein abgefahrener Traum ist das denn?«, murmelte er und kämpfte um seine Fassung.
»Jungs! Jungs, aus dem Weg! Ich muss mich beeilen!«, ertönte es plötzlich hinter ihnen.
Tyler drehte sich um und ihm fiel die Kinnlade herunter. Ein mannshoher Hase hoppelte an ihm vorbei und zielgerichtet in das Dorf hinein. Auf dem Rücken trug er einen Korb. Ohne sich um die drei Freunde zu kümmern, grummelte er vor sich hin: »Es gibt noch so viel zu tun, dabei hätte ich doch jetzt Urlaub. Warum habe ich mich von Santa überreden lassen, dieses Jahr auszuhelfen?«
Irritiert schüttelte Tyler den Kopf und deutete mit dem Finger auf den Mümmelmann. »Ist das der Osterhase?«
Der Hase blieb ruckartig stehen und sah Tyler beleidigt an. »Wer denn sonst? Denkst du, du bist hier bei Alice im Wunderland?«
Tyler schnappte nach Luft. »Jungs, wenn wir zurück sind, könnt ihr mich in die Klapse einliefern.«
»Hallo Osterhase, verzeih meinem Freund, er ist ein wenig überfordert«, kam es von Gabriel, der gelassen auf das Fabeltier zuhielt. »Wir suchen den Weihnachtsmann. Weißt du, wo wir ihn finden können?«
»Ich werde euch zu ihm führen«, ertönte unerwartet eine angenehme Stimme und als Tyler den Sprecher ausmachte, stockte ihm kurzzeitig der Atem. Der junge Mann, der vor ihnen auftauchte, trug Angels Gesichtszüge. Er schenkte allen ein freudestrahlendes Lächeln. Fassungslos starrte Tyler ihn an und sein Blick wanderte über einen weißen Anzug mit ebenso weißer Krawatte. Dahinter entdeckte er große gefederte Flügel. Über dem Kopf fiel ihm ein Heiligenschein auf.
»Ach du große Scheiße! Angel? Was … was tust du denn hier?«
»Guten Tag, liebe Besucher«, antwortete der Engel, ohne Tylers Worten Beachtung zu schenken. »Ihr seid spät. Santa wartet schon auf euch. Osterhase, ich werde ab hier für dich übernehmen.«
»Danke. Ich muss jetzt dringend die Geschenke abholen.« Schon hoppelte der Hase gehetzt davon.
»Moment! Mal ganz langsam zum Mitschreiben.« Tyler näherte sich dem jungen Mann und sah ihm tief in die glänzenden saphirblauen Augen. Er war ohne jeden Zweifel Angel. Tylers Herz raste vor Aufregung. »Gab? Erkennst du ihn nicht?«
»Wen erkennen?«, fragte Gabriel.
»Das ist Angel! Dein Freund!«
»Was redest du denn da. Das ist ein Weihnachtsengel.«
»Und ein ganz hübscher noch dazu«, ergänzte Finn augenzwinkernd, der Angel ganz offensichtlich auch nicht erkannte.
»Mein Name lautet Noelle. Santa hat mich geschickt, um euch zu ihm zu bringen. Lasst uns nicht länger warten, denn er wird bald abfliegen.«
»Er wird was?« Tyler glaubte sich mehr denn je in einem schrecklichen Traum gefangen.
»Der Schlitten wird schon beladen. Die Elfen erledigen zurzeit die letzten Arbeiten.« Der falsche Angel lud alle drei mit einer Handgeste ein, ihn ins Dorf zu begleiten.
»Ty, bleib ruhig! Das ergibt alles keinen Sinn, aber bleib einfach cool!«, nuschelte Tyler vor sich hin und folgte der Gruppe als Letzter. Der Anblick, der sich ihm bot, sprengte seine kühnste Vorstellungskraft.
Zahlreiche bunt erhellte Gebäude reihten sich zu beiden Seiten eine Straße entlang. Aus den Kaminen stiegen Rauchwolken in die Luft. Über ihren Köpfen flatternden winzige Weihnachtsfeen umher und Tyler griff sich instinktiv schützend an die Nase. Doch sie nahmen von ihm keine Notiz, worüber er ganz froh war. Er roch einen Hauch von Zimt- und Bratapfelduft. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er noch nichts gegessen hatte. Mit knurrendem Magen folgte er seinen Freunden, dabei nahm sein Staunen nicht ab. An jedem Haus hingen über der Eingangstür Girlanden aus Lebkuchen und Zuckerstangen. Als wäre das nicht genug, vernahm er die Melodien von Weihnachtsliedern, die von überall und nirgendwo erklangen. So sehr er sich anstrengte, er konnte keine Lautsprecher entdecken.
»Das hier ist unsere Verpackungsstation«, erklärte Noelle, als sie ein größeres Gebäude zur Linken passierten. An seinem Tonfall konnte Tyler einen gewissen Stolz erkennen. Nebenbei erhaschte er einen flüchtigen Blick ins Innere und war sich sicher, dass er gleich endgültig den Verstand verlor. Kleine Weihnachtswichtel mit roten Zipfelmützen und grün-weiß gestreiften Strumpfhosen wuselten fieberhaft umher. Einige verpackten in Akkordarbeit an einem Fließband Geschenke. Andere wiederum stopften sie in große Jutesäcke.
»Dieses Jahr sind mehr Wunschzettel als letztes Jahr eingetroffen. Wir sind ein wenig im Verzug«, sagte Noelle entschuldigend und ging weiter.
»Ist da auch mein Geschenk dabei?«, erkundigte sich Finn und hüpfte aufgeregt um den Weihnachtsengel herum.
»Nein. Dein Geschenk und das für Sean wird dir der Weihnachtsmann persönlich übergeben.«
Sprachlos lauschte Tyler. Obwohl er es nicht zugab, wuchs seine Neugier. Für einen schlechten Scherz gaben sich alle Beteiligten große Mühe. Dennoch wartete er darauf, dass jemand um die Ecke kommen und laut »Versteckte Kamera« rufen würde.
»Das dort ist unsere Bäckerei. Wollt ihr ein paar Plätzchen probieren?« Noelle deutete auf ein weiteres Gebäude.
»Oh, dürfen wir wirklich?« Gab wirkte, als wäre es das Normalste auf der Welt, am Nordpol in eine Weihnachtsbäckerei zu gehen. Noch immer konnte Tyler es nicht fassen, dass er seinen eigenen Partner nicht erkannte.
»Aber natürlich. Die Wichtel backen jedes Jahr so viel, dass immer etwas übrig bleibt.«
Der Geruch von frisch gebackenem Gebäck stieg Tyler in die Nase, sobald sie die Hütte betraten. Wo er auch hinsah, überall stapelten sich Bleche voll herrlich duftenden Weihnachtsplätzchen. Es gab alles, wonach das Herz sich sehnte.
»Greift nur zu. Wir haben mehr als genug«, sagte ein Weihnachtswichtel, der von oben bis unten mit Mehl bestäubt war.
Tyler ließ sich nicht zweimal bitten. Mit einem Bärenhunger fiel er über das Gebäck her und genoss mit einem immer breiter werdenden Grinsen den himmlischen Geschmack. Etwas Besseres hatte er bisher noch nie gegessen.
»Wow! Die schmecken verdammt gut«, bestätigte auch Gabriel mit vollem Mund.
Noelle lächelte zufrieden und hielt wie aus dem Nichts drei kleine Beutel mit Weihnachtsgebäck in der Hand. »Hier! Für jeden von euch einen. Unsere Wichtel geben sich jedes Jahr große Mühe. Aber nun müssen wir weiter. Die Sonne verblasst allmählich.«
Fürs Erste gesättigt, folgte Tyler dem Weihnachtsengel und seinen Freunden ins Freie. Vorbei an unterschiedlichen Werkstätten hielten sie auf ein kleines Backsteinhaus am Ende des Dorfes zu.
»Wir sind am Ziel.« Noelle klopfte an der Tür.
»Herein!«, antwortete eine Bassstimme.
Nacheinander traten sie ein und beinahe hätte Tyler vor Schreck den Beutel mit Plätzchen fallen gelassen. Eben noch hatte er erwartet, einem älteren Mann mit schneeweißem Bart und dickem Bauch zu begegnen. Doch stattdessen musterte aus dunkelbraunen Augen ein hoch gewachsener Mann in einem weißen Anzug die Ankömmlinge. Unter der Kleidung zeichnete sich ein athletischer Körperbau ab. Die schmalen Gesichtszüge, der Drei-Tage-Bart und die markante Kinnpartie waren Tyler nicht fremd.
»M … Ma … Matt?«, stotterte er schockiert und verlor beinahe das Gleichgewicht. Noelle fing ihn jedoch auf. »Was … was tust du … denn hier?« Das vor ihm war zweifelsfrei sein Freund und Lebenspartner Matt.
»Willkommen ihr drei«, antwortete der Mann erneut mit dieser unverwechselbaren Stimme, die eindeutig Matt gehörte. »Ihr kommt gerade noch rechtzeitig. Ich muss gleich los.«
»Siehst du Ty, wir stehen vor dem Weihnachtsmann«, sagte Finn überglücklich und reichte Santa die Hand. Nichts deutete darauf hin, dass seine Freunde Matt als solchen erkannten. Selbst Angel nahmen sie nicht zur Kenntnis. Wie war das nur möglich?
»Wenn du der Weihnachtsmann bist, fresse ich einen Besen. Großbritannien liegt am Südpol und Pinguine tanzen gemeinsam mit Eisbären am Amazonas Tango. So viel zum Thema, ich besuche dieses Jahr an Heilig Abend meine Eltern. Ihr könnt mit der Scharade aufhören. Ich habe schon verstanden.« Tyler umrundete den Mann und taxierte ihn skeptisch.
»Sei ein wenig netter. Immerhin hat er auf uns gewartet«, bedeutete Gabriel mit rügendem Unterton.
»Bin ich denn der Einzige, der Matt erkennt?« Tyler blickte von einem zum anderen. Doch er sah lediglich verständnislose Mienen. »Er trägt nicht mal ein Weihnachtsmannkostüm. Für einen winzigen Augenblick angenommen, ich würde euch abnehmen, was ihr mir hier vorgaukeln wollt, dann wenigstens mit authentischem Outfit. Im Übrigen glaube auch nicht an den Osterhasen. Oder gehört dieser ganze Schnickschnack zu einem Albtraum?«
»Tyler, du träumst nicht«, antwortete der Weihnachtsmann in Matts Gestalt.
»Dann habt ihr etwas in die Plätzchen Hasch gemischt!«
»Du bist nicht der erste Besucher, dem es schwerfällt, alles zu akzeptieren, was er sieht«, sprach der Weihnachtsmann geruhsam. »Doch ich kann dir versichern, alles um dich herum entspricht der Wirklichkeit. Wie wäre es, wenn ihr euch an den Kamin setzt und vor eurer Rückreise noch eine Tasse Punsch trinkt. In der Zwischenzeit ziehe ich mich um.«
»Vielen Dank, gerne«, kam es von Gabriel.
Tyler fügte sich murrend der Einladung und nahm auf einem warmen Bärenfell am Fußboden vor dem brennenden Kaminfeuer Platz. Noelle brachte aus einem Nebenraum drei gefüllte Tassen und überreicht jedem eine.
»Lasst es euch schmecken. Ich verabschiede mich. Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr wieder.«
»Ich komme sicherlich«, antwortete Finn überglücklich.
»Ich auch«, schloss sich Gabriel lächelnd an.
Tyler schüttelte lediglich schweigend den Kopf. Das war eindeutig zu viel für seinen Verstand.
»Frohe Weihnachten!«, wünschte Noelle, schmunzelte verhalten und verschwand geräuschlos aus dem Haus. Fast so, als wäre er ein Geist.
»Frohe Weihnachten!«, riefen seine Freunde dem Weihnachtsengel hinterher, der bereits verschwunden war.
»Findet ihr das nicht ein wenig zu abgefahren?« Tyler stellte die Tasse beiseite und erhob sich. Sein Bedarf an drogengepanschten Lebensmitteln war fürs Erste gedeckt. Er war fest davon überzeugt, dass der Punsch ihn vermutlich am Ende auch noch Einhörner sehen ließ, die bunte Regenbögen pupsten. Seine Begleiter hingegen nippten ohne Bedenken und in Seelenruhe an ihren Getränken.
»Was genau meinst du?«, wollte Gabriel schließlich wissen, ehe Tyler antworten konnte, kam der Weihnachtsmann zurück. Oder zumindest das, was die anderen in ihm sahen.
»Ich dachte, du wolltest dich umziehen?« Skeptisch musterte er ihn. Der einzige Unterschied zu vorher waren eine weiße Daunenjacke, dazu ein roter Schal und Wollmütze.
»Hab ich doch. Ich starte nie ohne Thermounterwäsche.«
Tyler lachte aus vollem Hals. Das war das Beste, was er bisher heute gehört hatte.
»Es freut mich, dass ich dich erheitern konnte. Folgt mir und ich übergebe euch eure Weihnachtsgeschenke«, forderte Santa die Jungs auf.
»Unsere Geschenke?« Tyler war überrascht.
»Ihr seid doch nicht bis zum Nordpol gereist, um mit leeren Händen wieder nach Hause zu gehen.« Grinsend trat der Weihnachtsmann ins Freie.
Vor dem Haus wartete ein goldener Schlitten mit mehreren Anhängern, über und über gefüllt mit Säcken und bunt verpacken Geschenken. Dicke Schneeflocken tanzten vom dämmrigen Himmel herab und Tyler verspürte zum ersten Mal seit ihrer Ankunft etwas wie Heiterkeit. Sein Blick schweifte zu den Rentieren, die den Schlitten ziehen würden, und da entdeckte er ihn: Rudolph. Die Nase des Tieres leuchtete so hell wie das Nebellicht eines Lastwagens.
»Warum überrascht mich das jetzt nicht?«, nuschelte Tyler grinsend in sich hinein.
»Bitte kommt näher«, bat der Weihnachtsmann und griff in einen Sack, der hinter dem Sitz im Schlitten platziert war.
Finn bekam als Erster mit den Worten »Das eine ist für Sean und das andere für dich« zwei elegant verpackte Weihnachtsgeschenke in die Hand gedrückt. Er strahlte über beide Ohren und drückte die Päckchen glückselig an sich.
Anschließend waren Gabriel und Tyler an der Reihe.
»Ihr dürft sie aber erst zu Hause öffnen«, ermahnte der Weihnachtsmann.
»Weihnachtsehrenwort!«, antwortete Finn für alle.
»Wunderbar. Und nun hinauf auf den Schlitten. Es ist schon spät und ihr wollt doch rechtzeitig zur Party im Black Desire sein. Eure Jungs warten schon alle. Bei dem diesjährigen Thema hätte ich wirklich Lust vorbeizuschauen.«
»Du weißt, was wir dieses Jahr geplant haben?« Tyler wollte seinen Ohren nicht trauen. Niemand, bis auf die Jungs selbst, die eine einmalige Stripshow einstudiert hatten, wusste von der Überraschung. Nicht einmal Sean kannte das diesjährige Programm.
»Hallo, ich bin der Weihnachtsmann!«
Für einen Moment glaubte Tyler, ein geheimnisvolles Aufblitzen in Santas Augen zu sehen. Doch es verschwand so schnell, wie es gekommen war.
»Dann lasst uns aufbrechen!«, sagte der Weihnachtsmann und nahm die Zügel in die Hand.
Eilig kletterten die drei auf den Schlitten und schon ging die wilde Fahrt los. Wie von Zauberhand stiegen sie in die Luft. Rasant zogen die Rentiere das Gefährt immer höher hinauf, wobei funkelende Sternchen unter ihren Hufen schwebten. Beinahe so, als würden sie das gesamte Gewicht tragen. Womöglich taten sie es auch. Wie bei der Rutsche wurde der Schlitten immer schneller und alles um sie herum verschwamm zu einem weißen Nebel, bis wie aus dem Nichts die Dächer Londons vor ihnen auftauchten.
»Meine Geschenke!«, schrie Finn mit einem Mal und lehnte sich gefährlich zur Seite hinaus. »Ich habe die Geschenke verloren!«
Tyler griff nach ihm, doch der Saum von Finns Jacke glitt ihm aus den Fingern. Entsetzt starrte er hilflos Finn hinterher, der samt den Weihnachtsgeschenken Meter für Meter dem Erdboden entgegenstürzte.
»Oh, Gott! Nein!«, rief Tyler panisch, da spürte er plötzlich, wie etwas auf seinem Bauch landete. Erschrocken riss er die Augen auf und entdeckte Finn, der mit vollem Gewicht auf ihm lag.
»Hey, du Schlafmütze! Willst du nicht aufstehen? Die Party steigt schon bald!«

© Madison Clark

Wenn ihr mehr über die Jungs aus dem Black Desire erfahren wollt, dann schaut mal auf ihrer eigenen Website vorbei.

 

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